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Altorfers Splitter – 30.3.21


Kari, sich an der Glut wärmend: Was wäre die Welt ohne Feuerschalen (vor allem in Zeiten von Corona)?


Sie leiden NICHT unter Ängsten? Sie glücklicher Mensch. Sie gehören zu einer exklusiven Minderheit. Dabei gibt es ein weites Angebot: Flugangst, Höhenangst, Angst vor dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen (Klaustrophobie), Platzangst (Agoraphobie), Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Angst vor Männern (Androphobie), Angst vor Frauen (Gynophobie), Angst vor feuchten Träumen (Oneirogmophobie), Angst vor Hunden (Kynophobie), Angst vor der Arbeit (Ergophobie), Angst vor der Zahl vier (Tetraphobie), Angst vor sich selbst (Autophobie), Angst vor alten Menschen (Gerontophobie), Angst vor Licht (Photophobie), vor allem aber und vielleicht am Häufigsten: Angst vor der Angst (Phobophobie). Wir andern, ängstlichen, beneiden Sie und hoffen, Sie entwickeln deswegen keine Invidiaphobie (Angst vor Neid).


Bullshit der Woche: Wir müssen das verloren gegangene Vertrauen wiedergewinnen.


Vielleicht lässt sich das Problem der Jungen in Coronazeiten so zusammenfassen (Zitat): «Dieses Jahr werde ich 25 Jahre alt; jetzt ist schon bald ein Viertel des Jahres 2021 um, und ich habe noch immer nichts Aufregendes erlebt – und 2020 war auch nicht viel besser.» Wer nicht gelernt hat, die Welt auch im Kopf zu erleben, macht jetzt schwere Zeiten durch. Und selbst wenn man in Gedanken reisen und sich mit Büchern, Filmen und Musik die Zeit verkürzen kann – jemanden kennenlernen, sich verlieben und die Schmetterlinge im Bauch zum Tanzen bringen, das geht am Ende halt nur «face to face» und ohne Abstand, Maske und Hygiene. Schon nicht einfach, so ein Teenie- oder Twen-Leben in Coronazeiten. Der Hinweis darauf, dass es Schlimmeres gibt, stimmt zwar, ist aber wie immer wenig hilfreich.


Mark Twain: «Die Nachricht von meinem Tod ist stark übertrieben.» Lustig, und doch ernst: Man sollte sich hüten, jemanden oder etwas voreilig abzuschreiben; es kann sich als Wunschdenken, Falschmeldung oder vorübergehender Rückzug erweisen. Sind Sie sicher, dass Pierre Maudet (Genfer Ex-Staatsrat) nicht wieder auftaucht? Dass das Coronavirus sich von unseren Impfstoffen definitiv besiegen lässt? Dass Faschismus, der IS und autokratische Regierungen (sogar in Europa) nicht in irgendeiner Form zurückkommen? Dass die Gletscher nicht plötzlich wieder wachsen? Womit gleich gesagt ist: nicht nur das Üble hat eine Chance, fälschlicherweise für erledigt erklärt zu werden, sondern auch das Gute. Beispielsweise «die Natur». Mag sein, wir schänden und zerstören sie zur Zeit schlimmer als je, aber vertrauen Sie darauf: sie wird (uns sowieso) überleben. Vielleicht macht sie aus Eisbären Braunbären und aus den Menschen eine ausgestorbene Spezies. Das wäre äusserst bedauerlich, aber jedenfalls: die Nachricht, dass sie am Sterben sei, ist massiv übertrieben.


Der dumme Spruch am Ende: Ist das Politik oder kann das weg?

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