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Die Splitter – 7. April 2020


Kari, euphorisiert: Heureka! Turkmenistan hat das Wort «Coronavirus» verboten. Seither gibt es dort keine Coronavirus-Infektionen mehr. Wie konnte man diese simple Lösung des Problems nur übersehen?


Was will uns die Welt mit Corona sagen? Die Frage geht auch in Form der Mahnung «Corona ist die Strafe für das, was wir dem Planeten angetan haben» und ähnlich durch die sozialen Medien. Wenn die frivole Gisela von solchen Versuchen hört, die Lage moralisch auszuschlachten, kriegt sie Nesselfieber. «Es ist die bescheuertste Reaktion auf diese Katastrophe. Nein, so ein Virus hat keine Moral. Es bringt wahllos um, weder gerecht noch ungerecht, nicht heimtückisch und nicht gezielt, nein, es stürzt wahllos Anständige ins Unglück und macht Idioten zu Gewinnern. Nichts will uns die Welt sagen und das Virus schon gar nicht. Wir im Westen leben so luxuriös wie keine Generation zuvor. Das ist wunderbar, aber der «Luxus» hat Nebenwirkungen. Das ist nicht verwunderlich, wir lernen es nur gerade neu, weil wir es vergessen haben. Es geht nicht um Moral, sondern um Ratio (Verstand).»


Begegnet die Schweiz der Corona-Krise letzten Endes doch besser als andere? Irgendwie schon. Die Wirtschaftshilfe ist rasch und grosszügig, Solidarität und Kreativität erfreuen das Herz, private und öffentliche Spitäler arbeiten ohne Konkurrenzgehabe zusammen, physical distancing generiert nicht selten sogar social closeness und vermutlich reichen am Ende sogar Masken und Schutzkleidung. Doch, man darf ein wenig stolz sein auf die Schweiz. Ernsthaft motzen können (und sollen) wir, wenn das Schlimmste vorüber ist.


Erst inoffiziell: Auch Seitensprünge begründen kein Recht auf weniger als 2 Meter Abstand.


Kriegen Sie im Moment auch so viel E-Mail-Werbung für Balkon-Design? Sitzmöbel, Tisch, Gestelle, Licht – was man halt so braucht, die nächsten Wochen und Monate …


Ja, ja, die Corona-Krise hat ihre lustigen Seiten. Aber auch ihre äusserst ernsten. Etwa die Frage des Trackings oder Tracings oder wie auch immer, dh der Überwachung von Corona-Positiven mittels Apps wie etwa in Südkorea. Nachbar Geri sieht das einfach: Was nützt mir Datenschutz, wenn ich tot bin?


Andererseits: (Gelesen) «Das Tückische an der Corona-Krise ist: Die Menschen haben Angst um ihr Leben und das ihrer Familie. In dieser Situation können die Mächtigen alles tun; viel Widerstand haben sie nicht zu erwarten.»


In einer direkten Demokratie wie der Schweiz – wir werden sie nach Corona noch sehr viel mehr schätzen als vorher! – wird’s nicht so schlimm kommen. In andern Ländern hingegen drohen Vater Staat und Mutter Erde wegen Corona künftig das Szepter zu übernehmen. Handy-Überwachung, Reiseverbote, Recht auf Beschlagnahmung, Grenzschliessungen, Einschränkung von Versammlungsfreiheit und Berufsausübung, Drohnen-Observation usw. müssen wieder rückgängig machen. Kann schwierig werden, wenn die Mächtigen erst mal entdeckt haben, wie bequem sich damit regieren lässt. Und warum nicht gleich noch Enteignungen, Abschaffung von schmutzigem Bargeld, Informationsunterdrückung statt Öffentlichkeitsprinzip, Reichensteuer, Mietendeckel, Zucker-, Mobilitäts- und Wohnraumsteuer hinterherschieben? Deshalb aufpassen: Corona birgt manche politischen Gefahren! Und die politischen Lobbyisten haben den Braten längst gerochen.


Was wir nicht vergessen sollten: Es stimmt nicht, was der deutsche Arbeitsminister sagte: «Wir haben einen starken Sozialstaat, der nicht nur die Gesellschaft absichert, sondern auch wirtschaftlich stabilisiert.» Die Wahrheit ist: Ohne eine starke Wirtschaft ist die Gesellschaft nicht abgesichert. Die Wirtschaft allein (ja, genau: allein sie!) finanziert mit ihren Steuern den Sozialstaat. Der Staat ist völlig hilflos ohne das Geld, das zuvor durch den Markt erwirtschaftet wurde.


Virologen wissen einiges über das Virus. Aber über Politik, Wirtschaft, Kultur, menschliche Bedürfnisse und den Sinn des Lebens wissen sie nicht mehr als alle anderen.


Der dumme Spruch am Ende: «Schatz, du bist schön – aber nicht systemrelevant!»

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