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Tourismus-Splitter


«Cruises to Nowhere» (Kreuzfahrten ins Nirgendwo) sind der neue touristische Renner. Jedenfalls bei den Singapuris. Das Angebot einer mehrtätigen Kreuzfahrt mit dem Luxusliner «World Dream» war jedenfalls innert Tagen ausgebucht. Start- und Endpunkt der Reise: der Hafen von Singapur. Angelegt wird nirgends, Landgänge gibt’s dementsprechend nicht. Und wegen Corona ist nur das halbe Schiff ausgelastet. Toll. Und da die neue Art des Kreuz(-und-quer-auf-dem-Meer-herum-)Fahrens in Asien dermassen Anklang fand, haben auch einige der coronagebeutelten Fluggesellschaften neue Angebote entwickelt. Die australische Quantas bietet neu achtstündige Rundflüge im Boeing-787-9-Dreamliner an, auf denen man in minimaler Höhe über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Down Under düst. «Flights to Everywhere» sozusagen, Great Barrier Reef, Ayers Rock, Blue mountains, Sidney Opera House und Outback mit Kängurus und Kamelen von oben inklusive. Tiere und Umwelt werden’s schätzen.


Weitaus klimaschonender denkt bereits die digitale Konkurrenz – vielleicht ja bald auch das 2000-Watt-Zürich. Der nächste Schritt in der touristischen Entwicklung könnte die virtuelle 3-D-Besteigung des Mount Everests («Trekking to heaven»), ein Trip durch die Sahara («Desert Torture») oder quer durch den Amazonas-Urwald («Jungle days») sein. In Original-Ausrüstung, mit eingeflogenen einheimischen Guides, simulierter Kälte oder Hitze, Moskitos aus dem Virtual Design Studio, mit ärztlicher Begleitung und alles in real time natürlich. Anreise nicht nach Katmandu, Marrakesch oder Manaus mit Lufthansa, Easyjet oder British Airways, sondern per Tram zur Maag-Halle. Oder in Basel ins St.Jakobsstadion. Auf Wunsch mit simulierter Malaria oder Lebensmittelvergiftung, Entführung durch Terroristen (Verlängerung maximal 10 Tage). Abbruch und Heimreise (auch per Taxi) jederzeit möglich. Erinnerungs-CD gratis dazu.

Übrigens: Nachdem Singapore Airlines bereits Flüge ins Nirgendwo anbietet, folgt nun eine weitere Idee, um mit den Riesen-Jets wenigstens ein klein wenig Geld zu verdienen. Neuerdings kann man in Singapur nämlich gemütlich in einem auf dem Flughafen Changi geparkten Airbus A380 ein Mittag- oder Abendessen geniessen. Innert kürzester Zeit waren die ersten Sitzplätze trotz des stolzen Preises von umgerechnet 453 Schweizer Franken ausgebucht. In Zukunft plant die Fluggesellschaft den Einsatz von zwei Maschinen. Eine Sitzung dauert drei Stunden und der Boden wird nicht verlassen.


Und für die Winterferien? Der Covid-19-Schlauchschal («the tube covid 19»). Ein must have! Mit integriertem Filter aus 5-lagigem SSMMS-Vlies. Waschbar bei 60 Grad, aus weichem Salina Polyester (keine Ahnung, was das ist, tönt aber gut). Man kann ihn vorbestellen – fast wie den Impfstoff. (https://www.ha-wear.com)


Corona hielt den 26-jährigen Jesse Takayama seit März in Aguas Calientes in Peru fest. Doch ums Verrecken wollte er nicht heim mach Japan, ohne vorher die Inka-Stadt Machu Picchu besucht zu haben. Die aber ist wegen Corona seit März für Touristen geschlossen. Takayamas Traum wurde dennoch wahr: Dank der Bemühungen des Kulturministeriums und der Gemeinde Machu Picchu erhielt er eine Sondergenehmigung und konnte – völlig alleine – die faszinierenden Ruinen bestaunen. 

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