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Altorfers Splitter – 15. Sept. 2020


Kari, ein ganz klein wenig überheblich: Man hat mir vorgeworfen, ich jammere auf hohem Niveau. Was soll ich sagen? Das ist das Niveau, auf dem ich lebe.


Das Teuflische im Leben ist, dass man nicht beides haben kann: die Heilige und die Hure, den Fünfer und das Weggli, die Freiheit und die Sicherheit oder auch nur abends im Ausgang das schöne Hemd mit den roten Streifen und gleichzeitig das ebenso schöne uni blaue.


Wir Schweizer sind so. Wir waren’s schon als Kinder. Nach der Algebra-Prüfung oder dem Französisch-Diktat übertrumpften wir uns gegenseitig in Klagen, wie schlecht es gelaufen sei und wie wenig man gewusst habe. Aber man habe sich halt auch nicht vorbereitet. Keiner will gelernt haben. Am Ende landeten dann doch alle zwischen gut und sehr gut.


Onkel Hugo schimpft, so langsam habe er genug von Corona, er möchte, dass das Leben wieder normal werde. Sophia, Hugos Frau, stutzt und meint dann sehr, sehr bedächtig: «Ich glaube, so wie’s jetzt ist, das ist normal.» Hugo sagt gar nichts mehr.


Alle wollen heute aufklären, aufrütteln und erziehen. Vor allem die Schriftsteller und die Journalisten. Ach, würden die einen doch einfach Geschichten erzählen und die andern bloss berichten, was geschah.


Die «Lügenpresse» lügt nicht. Nicht wirklich. Gefühlt allerdings schon. Da helfen auch die obligatorischen «Faktenchecks» nicht. Wenn die Lügen nicht als falsche Fakten daherkommen, sondern in Form von disqualifizierender Sprache, lassen sie sich nur mehr schwer erkennen und benennen. Schon gar nicht von sprachungewandten Lesern und Hörern. Die fühlen nur, dass da etwas gegen sie inszeniert wird und verheddern sich im verzweifelten, schrillen Vorwurf: «Lügenpresse»! Sie spüren, dass «rechte Mobs werfen Steine» und «bei linken Protesten fliegen Steine» (wie von selbst) nicht das Gleiche ist. Spüren den Missbrauch der Sprache als Waffe gegen ideologisch Unliebsame. Eine perfide Waffe, denn sie richtet sich gegen jene einfachen Leute, die sich verbal schlecht wehren können und dann erst noch herablassend selber als Lügner hingestellt werden.


Letzte Woche starb mit 82 Jahren Emma Peel, mit richtigem Namen Diana Rigg, die Frau im schwarzen Gummi-Dress, die an der Seite von John Steed (Patrick Macnee, 1922 – 2015) in den Sechzigerjahren in «Mit Schirm, Charme und Melone» mit sichtlichem Vergnügen böse Männer vermöbelte. Sexy war sie und schön. Später war sie nochmals in «Game of Thrones» zu sehen (als die böse Olenna Tyrell) und dazwischen spielte sie die einzige Ehefrau von James Bond 007 (1969 in «On Her Majesty’s Secret Service» mit John Lazenby), die allerdings erschossen wurde. Grosse Anerkennung gewann sie aber auch als klassische Schauspielerin auf der Bühne. Emma Peel – schon wieder eine Ikone weniger.


Kennen Sie Gambozola? Ja, den Käse. Eine Mischung aus Camembert und Gorgonzola. Man hätte den Käse auch Gorgobert nennen können, aber vermutlich hätte ihn dann niemand gegessen.


Der wahre Spruch am Ende: There is no such thing as a free lunch.

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