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Altorfers Splitter

Kari, ratlos: Mein Arzt hat gesagt, ich solle weniger Wein trinken. Nur hat er leider nicht gesagt, von welchem.


Ausnahmsweise etwas Gutes über die Schweizer Regierung, nachdem es 2020 fast nur über peinliches bis schändliches Versagen zu berichten gab – von der Unfähigkeit zur Einsicht in Vorhersagbares und Unvermeidliches bis zur fehlenden Kraft, unangenehme, aber notwendige Entscheidungen zu treffen. Stattdessen Lockdaunchen auf Lockdaunchen, um ja niemanden zu verärgern. Man schämte sich bald seines Schweizerseins. Jedenfalls wenn man sich in Jahrzehnten daran gewöhnt hatte, immer und überall zu den Besten zu gehören. Nun aber: bei der Beschaffung von Impfstoffen verhielt sich die Schweiz ziemlich clever. Schweizerisch sparsam zwar, aber auch helvetisch rational. Anders als etwa Kanada, das von mindestens sieben Firmen soviel Impfstoffe zusammenramisierte, dass jeder Kanadier elfmal geimpft werden könnte. Könnte! Wenn da nicht Firmen darunter wären, die im 2021 nie und nimmer einen Impfstoff zustande bringen. Die Schweizer Einkäufer haben stattdessen exakt zwei Dosen pro erwachsenen Einwohner bestellt – auf den letzten Drücker zwar, aber dafür von genau denjenigen Firmen (Pfizer Biontech, Moderna, AstraZeneca), deren Impfstoffe als erste zugelassen werden bzw wurden. Schlau geplant oder gut gepokert – egal!


Nicht nur mit Gastronomen und Kulturschaffenden sollte man in diesen Tagen Mitleid haben, sondern auch mit Virologen und Epidemiologen. Sie sahen die Gefahren kommen, sie berechneten die zu erwartenden Pandemieverläufe, sie sagten ziemlich genau voraus, was wie kommen würde. Oder zumindest, wie es kommen könnte, wenn … Doch leider: jedesmal wenn sie mit ihren Berechnungen um ein Mü daneben liegen, werden sie beschimpft. Und wenn sie das Schlamassel genau richtig vorhersagen, ärgert man sich erst recht über sie. Sie erleben grad ein uraltes Phänomen: schuld ist immer der Überbringer schlechter Nachrichten. Einige Coronakritiker würden die Virologen und Epidemiologen auch heute noch am liebsten kopflos retournieren. Nur: wohin? An die Wissenschaft?


In Gefahr und grösster Not, bringt der Mittelweg den Tod.


Wichtig: Es wird auch noch anderes erforscht als Corona. Eine deutsche Studie untersuchte Menschen und Vögel und kam zum Schluss: «Menschen, die in einer vogelreichen Umgebung leben, sind zufriedener.» Und: «14 Vogelarten mehr im Garten machen mindestens genauso zufrieden wie monatlich 124 Euro mehr auf dem Haushaltskonto – wenn man von einem durchschnittlichen Einkommen von 1237 Euro pro Monat ausgeht.» Wussten wir’s doch: Kleiber, Amsel, Specht, Haubenmeise & Co. rund ums Haus sind Geldes wert (wenn auch etwas wenig für Schweizer Verhältnisse).


Zur Erinnerung: Eine Maske zu tragen, wenn man alleine im Auto sitzt, ist nur sinnvoll, wenn man den Wagen gestohlen hat.


Der dumme Spruch am Ende: Mir fällt vieles auf, aber fast nichts mehr ein.

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