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Altorfers Splitter – 21. Juli 2020


Kari, trotzig: Natürlich spreche ich mit mir selbst. Ich brauche schliesslich kompetente Beratung.


Wir haben jederzeit und überall Zugang zu Informationen über die Welt. Haben? Eher hätten. Denn viele Informationen interessieren uns nicht eigentlich – es sei denn, es gehe um einen Jet-set-Skandal oder ein spektakuläres politisches Verbrechen. Die Kranken, die Armen, die Vertriebenen, die Hungernden, die an Covid-19 Sterbenden, die religiös Verfolgten und Ermordeten, die mafiösen Strukturen, ausgebeutete wie kriminelle Zugewanderte – im Grunde wissen wir nichts über sie. Nichts über Wanderarbeiter in Indien oder China, nichts über nichtversicherte Kranke in den USA, fast nichts über die Lage in Brasiliens Spitälern, wenig über die Morde an Christen in Nigeria, kaum etwas aus Österreich, Belarus, der Türkei, Hongkong, Italien. Höchstens das Bisschen, das uns SRF, ARD, ZDF & Co. alle paar Tage in Zwei-Minuten-Clips vorsetzen. Aber vielleicht ist’s ja gut so. Wir haben uns an unsere heile Welt gewöhnt und können die unheile Welt andernorts eh nicht ändern. Oder wären wir, wüssten wir mehr über andere, etwas dankbarer für das Heil bei uns? Vielleicht. Allerdings: darf man die kleinen Fehler und Mängel hier übersehen, nur weil’s andernorts noch viel grössere gibt? Vielleicht. Tja, das Leben ist schwierig!


Unbequeme Logik: Wer eine Quote (z.B. Frauenquote) für ein Amt aufstellt, sagt damit: «Für dieses Amt ist Qualifikation nicht so wichtig.» Oder eigentlich: dieses Amt ist unwichtig – sonst würde man ja nach Qualifikation einstellen. Logische Schlussfolgerung: Ämter, in denen die Quote gilt, lassen sich ohne Verlust für die Gesellschaft streichen.


In Deutschland gibt es ein «Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend». Fällt Ihnen etwas auf? Nein? Frage: Welche Gruppe von Menschen ist in dieser Aufzählung – als einzige – nicht eingeschlossen? Richtig: nicht jung, nicht alt, nicht Frau und nicht familiär gebunden – sind … alleinstehende Männer mittleren Alters. Das Ministerium könnte also auch heissen «Ministerium für Menschen – ausser Alleinlebende mittleren Alters mit Hodensack» (wie es ein Bösewicht ausdrückte).


Ein israelisches Start-up entwickelt vegane Steaks aus dem 3-D-Drucker. Das Produkt sieht aus wie ein Steak und schmeckt angeblich so – aber es ist keines. Spielt das eine Rolle? Immerhin ist kein Tier dafür gestorben, die Ökobilanz ist besser und gesünder ist’s vermutlich auch. Was also spricht gegen vegane Steaks? Dass sie vorgeben, etwas zu sein, das sie nicht sind? Das ist tatsächlich stossend. Andererseits, mal ehrlich: machen wir das nicht alle so.


In den USA machen Asiaten knapp 6 % der Bevölkerung aus. Sie stellen aber nur 1,2 % aller Kriminellen. Asiatische Einwanderer haben die beste Bildung, die höchste Lebenserwartung und das höchste Einkommen. Heisst was? Dass kulturelle Erfolgs- bzw Misserfolgsfaktoren wichtiger sind als die Hautfarbe?


Die leicht entstellte Redensart am Ende: Da wird ja die Taube auf dem Dach verrückt.

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