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Altorfers Splitter – 23.11.2020


Kari, angeheitert: Wozu ist Mathe in der Schule gut, wenn man am Ende nicht weiss, welche der vier Ebenen im Backofen nun die mittlere ist.


Schon vor Jahren zeigten Studien, dass wir täglich im Durchschnitt 25-mal lügen (Männer etwas häufiger). In den vergangenen Jahren zählten Journalisten die Lügen von Donald Trump. Sie kamen auf eindrückliche 22’000 Lügen (meist getwitterte) während seiner Amtszeit. Wow! 4 Jahre im Amt, also 1460 Tage, macht – man staunt! – ziemlich genau 15 Lügen pro Tag. Mit andern Worten: Donald Trump sagte häufiger die Wahrheit als die Durchschnittsmenschen. Zu denen auch die zählwütigen deutschen und amerikanischen Edeljournalisten gehören.


Kurt Tucholsky hatte angeblich eine Hass-Rangliste. Zuoberst: Vereinsmeierei. Auf den folgenden Plätzen: das Militär, Rosenkohl (das verstehe, wer will), der Mann, der in der Bahn die Zeitung mitliest und an fünfter und sechster Stelle: Lärm und Geräusche sowie … Deutschland. Was er liebte: Knut Hamsun, die Haarfarbe der Frau, die er gerade liebte und… Deutschland. Tucholskys Lieblingsspeise war übrigens Rote Grütze mit Vanillesauce.


Es ist Corona-Krise. Nur unser Bundesrat gerät nie in Panik – nicht wie andere. Nicht wegen unserer weltweiten Spitzenposition in Bezug auf neue Fälle und Tote, nicht wegen eines drohenden Lockdowns, nicht wegen der Patientenverfügungen in den Heimen, die man allen Alten und Gebrechlichen aufs Auge drückt, damit sie mit Mo im Heim sterben und nicht die knapp geplanten Spitäler belasten. Nur wenn die wissenschaftliche Taskforce antönt, Ruhe und Nichtstun sei in gewissen Situationen möglicherweise eine tödliche Strategie, dann regt sich unser Bundesrat auf.


«Der Tod gehört zum Leben. Das haben wir grösstenteils verdrängt.» Solche Sätze muss man sich seit Monaten anhören. Tönt ungemein tiefsinnig. Verdrängen Sie den Tod auch? Klar, Sie denken nicht dauernd daran und plaudern nicht gern darüber. Muss ja auch nicht sein. Er kommt ohnehin, der Schnitter, und über ihn sprechen – lohnt sich das wirklich? Wenn danach noch was kommt, wird’s spannend. Und wenn nicht, dann denken wir besser ans heutige Abendessen. Nein, wenn wir etwas verdrängen, dann unser schlechtes Gewissen. Zum Beispiel wegen der Einsamkeit von Mutter oder Grossmutter im Altersheim – lange vor Corona. Wann haben wir sie vor Corona eigentlich letztmals besucht?


Corona gefährdet die Existenz der Tourismusbranche. Aber nicht nur. Nicht-Reisen nimmt auch den verhinderten Reisenden etwas weg. Es gibt keine Vorfreude, keine Entdecker-Spannung, kein Träumen, kein Abenteuer, kein Abschalten, kein Geniessen, kein Erleben und kein Sich-Erinnern. Das nicht ausgegebene Geld wiegt diesen Verlust nie auf. So schön der Schweizer Herbst über dem Nebel auch ist, ein Trip durch Kuba, eine Wanderung um den Aetna, ein paar Tage auf dem Ari-Atoll (Malediven) wären schon was anderes. Der Nachbarin Trost-Reim: Mit Geduld und Disziplin, biegt auch das sich wieder hin.


Der dumme Spruch am Ende: Die beliebteste Stellung der Schweizer ist die Richtigstellung.

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