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Altorfers Splitter – 9.11.2020


Kari, selbstbewusst: Am wenigsten beliebt auf dieser Welt, ist der, der immer recht behält.


Eine der sympathischsten Facebook-Gruppen heisst «View from my window». Gegründet im März dieses Jahres, als viele Menschen weltweit erstmals wegen Corona zuhause bleiben mussten. Die Regel: ein einziges Fotos posten: Blick aus dem Fenster. Und irgendwie rückt damit die Welt zusammen, eine virtuelle Solidarität erfasst alle, die da ihren Garten, die Fassade vis-à.vis, den Blick auf die untergehende Sonne, eine belanglose Strasse, das Meer oder die Dächer einer Stadt posten. Sie möchten sehen wie es gerade aussieht in Beluga (Alaska), Ripponden (West Yorkshire, UK), Walhalla (Victoria, Australien), Charneux (Belgien), Arad (Israel), Holton (Michigan, USA), Guanabara Bay (Brasilien), Port Coquitlam (Kanada), Geoje Island (Südkorea), Geilo (Norwegen), Teheran, Dublin, Asturias (Spanien), Whangarai (Neuseeland), Stara Baska (Insel Krk, Kroatien), Hedingen (Schweiz)? Kein Problem. Es wohnen überall Menschen wie Sie, mit den gleichen Nöten und Freuden, manche exotisch, einige luxuriös, andere ganz gewöhnlich. Sie alle lernt man einen kurzen Moment lang kennen, verstehen – und irgendwie gern haben. «View from my window» – etwas vom Besten, das Corona hervorbrachte (auch wenn einige Bilder nicht aktuell sind).


Warum ist «Je suis Prof» (Facebook-Solidaritäts-Icon für den von einem Islamisten geköpften Lehrer) wichtig? Weil in den Schulen die Gesellschaft von morgen sitzt. Man schaue sich die Schulen und die Schüler heute genau an, wenn man wissen will, wie die Gesellschaft von morgen tickt. Wer die Kinder heute nicht Meinungsfreiheit lehrt, wird in 30 Jahren Eltern erleben, denen Meinungsfreiheit nichts bedeutet.


Wer nach dem Dreifachmord an Kirchgängerinnen in Frankreich schreibt, er sei betroffen und erschüttert, es handle sich um einen «Anschlag auf uns alle», hat etwas nicht begriffen. Es war kein Anschlag auf alle, sondern gezielt auf Christen. Man kann Probleme verschweigen oder man kann sie anders benennen, nur, man bringt sie damit nicht zum Verschwinden. 


Hoffen wir mal, Stefan Zweig habe recht: «Die Vernunft, sie, die ewige und still geduldige, kann warten und beharren. Manchmal, wenn die anderen trunken toben, muss sie schweigen und verstummen. Aber ihre Zeit kommt, immer kommt sie wieder.»


Verschwörungstheoretiker 2.0: «Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber angesichts der leeren Intensivstationen scheint mir, es muss irgend etwas anderes dahinter stecken …»


Den Gastrobetrieben, Theatern, Hotels, Fitnessclubs, dem Einzelhandel, den Musikern und vielen andern fehlen Milliarden von Franken Umsatz. Existenzgefährdend. Und stutzt: Wo, so fragt man sich, bleibt eigentlich all das Geld, das die Leute in den vergangenen Monaten nicht ausgaben (ausgeben konnten)? Wurden die verhinderten Kunden, Besucher, Gäste, Käufer seit März 2020 um diese Summe reicher? Irgendwo muss das Geld doch geblieben sein.


Der dumme Spruch am Ende: Denkt an die Alten, bevor sie erkalten!

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