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Splitter 7. Juli 2020


Kari, mit den Nerven am Ende: Bitte einen Kaffee-Schoko-Wodka-Valium-Latte to go!


Bundesrat Maurer: Nein, Maske trag ich nicht, ich bin im Zug eh fast alleine. Swiss Covid-Tracing-App? Nein, habe ich nicht runtergeladen, ich versteh das Zeug nicht. Ein guter Freund, ansonsten eher apolitisch, ist ausgerastet – so gut er kann, halt. Seinen Zorn hat er nirgends gepostet; er wüsste gar nicht wie. Er hat bloss telefoniert (Gedächtnisprotokoll): «Lieber Ueli, du bist ganz bestimmt einer der fähigsten Finanzminister, die die Schweiz je hatte, und erst noch sympathisch bodenständig, aber mal ehrlich jetzt: so geht das nicht. So viel Selbstverantwortung, wie ihr uns zugesteht, können wir nie und nimmer übernehmen. Vielleicht 80 oder 90 Prozent der Schweizer, aber die restlichen 10 Prozent (Slogan: Fuck Corona – Party time!) – was macht ihr mit denen? Gehören 10 Prozent Idioten etwa zur nationalen Selbstverantwortung? Gut, ich werd’s der Ehefrau des Beizers ausrichten, der, knapp über 60, von leider etwas minderverantwortlichen Gästen angesteckt wurde und an Covid-19 verreckt ist. Er war ein bisschen übergewichtig, stimmt. Und deshalb wohl selber verantwortlich.» Den letzten – völlig unverantwortlichen – Satz hat der gute Freund nicht selber gesagt: Wer zu feige ist, Verantwortung zu übernehmen, erklärt andere für selbstverantwortlich.


Woran denken Sie, wenn Sie in einem fremden dunkeln Haus eine Tür sehen, einen Spalt breit offen, nur ein Quentchen Licht durchlassend? An ein Monster hinter der Tür? Oder an einen prächtigen Saal mit einem wunderschönen Gemälde (alternativ, wenn auch banaler: einer wunderschöne Frau)? Keine Angst, jetzt folgt nicht: Sag mir, was du denkst und ich sage dir, wer du bist. Aber spannend wär’s schon.


Anleitung zum sozialverträglichen Fluchen für junge Leute mit Migrationshintergrund: «Hinfort mit dir, du Produkt einer gar hastigen Liebe!» (Original: F** dich, H**sohn!)


Wer entscheidet eigentlich darüber, welcher Tod von Bedeutung ist? Ist der Tod von Katze Stella oder von Lilly, Mischlingshündin aus Ungarn weniger wichtig als der Tod vom Papst oder der eigenen Grossmutter? Für manche ist das eine unanständige Frage. Für Margie ist die Antwort klar: «Ich allein entscheide, wessen Tod tragisch ist.» Schämt sie sich nicht, dass sie Gonzo, dem schwarzen Kater, stärker nachtrauert als ihrer Schwester in Kanada? «Sollte ich? Etwa weil ich deswegen mein Haustier zu sehr vermenschliche?» Margie lächelt nachsichtig. Es sei ihre Trauer. In den USA gebe es Arbeitgeber, die ihren Angestellten einen Tag freigeben, wenn das Haustier eingeschläfert werden musste.


Häufig zu hörende Bitte bei älter Werdenden: Gib mir mal das Ding da neben dem Teil wo das Zeugs drauf liegt.


Was haben Banküberfälle, unbewilligte Demonstrationen, Swinger-Clubs, die Muttenzer Kurve und die Fasnacht gemeinsam und was unterscheidet sie von einer Fahrt im Zug? Im Zug trägt keiner freiwillig eine Maske.


Die dumme Frage am Ende: Ich komme aus Ironien am sarkastischen Meer.

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