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Altorfers Splitter


Kari, tierisch läppisch: Bedauernswerter als eine Giraffe mit Halsweh ist eigentlich nur noch ein Tausendfüssler mit Fusspilz.


Die Ideologie des CO2-Gesetzes: Wenn alles teurer wird, wird alles besser. Die Idee nennt sich Lenkungsabgabe. Um den Eindruck zu vermeiden, das mit den zusätzlichen Abgaben eingenommene Geld diene dem Staat bloss zur Aufplusterung, soll das CO2-Geld wieder an die Leute verteilt werden. Verteilt werden die abgeschöpften Abgaben allerdings erst mal unter den Verteilern selber. Na ja, Bürokratie kostet halt. Was dann noch übrig bleibt, kriegen wir wieder zurück: den Städtern etwas mehr, denen vom Land etwas weniger. Schöne alte Umverteilungswelt – sogar von Liberalen gepriesene.


Die frivole Gisela auf die Aufforderung «Jetzt wird doch äntlich emol vernünftig!»: «Nö, das bin i scho gsi – het mer nid gfalle.»


Diskussion nach dem «mutigen Dienstag» (Beerdigung des Rahmenabkommens mit der EU). Kari (ja, der) meint: Einst waren wir klein und allein, nichts weiter, nur einfach besser als die andern. Nicht die besseren Menschen, aber irgendwie cleverer und effizienter, vielleicht fleissiger oder besser gebildet. Auch wenn Staat und Gesellschaft beim Bewältigen von Krisen längst nicht mehr Spitze sind (Corona hat’s gezeigt), die Schweizer Wirtschaft ist immer noch gut. Mit zusätzlich ein bisschen Glück sind wir jedenfalls eines der wohlhabendsten Länder geworden. Und nun sollen wir wegen eines verschmähten Rahmenabkommens verelenden? Keine Angst! Wenn wir die besseren Produkte produzieren, die besten Bedingungen bieten für Unternehmen, Studenten, Forscher und Fachleute, werden einige Regierungen um uns herum zwar täubelen, uns mobben und piesacken, aber an uns vorbei werden sie nicht kommen. Ein rauherer Wind von Brüssel her? OK, nutzen wir ihn, um schneller zu segeln. Das sei populistischer Zweckoptimismus, meint der junge Ralph. Kari: Immer noch besser als Zweckpessimismus.


Der alte 68-er: Ich verstehe meine alten Freunde nicht mehr. Was haben wir uns nicht alles verbeten? Wogegen haben wir uns nicht alles gewehrt? Was haben wir nicht alles gemacht oder nicht gemacht – aus Protest gegen das Establishment? Wer waren denn unsere «Feinde»? Die Kirche mit ihrer Sexualmoral, ja, aber aus der konnte man austreten. Nein, es war der Staat, der uns überwachte, fichierte, zum Militärdienst zwang, uns dort kurz scherte, Konkubinatspaare bestrafte. Und heute? Heute lassen sich dieselben 68er vom gut bezahlten, bunten, urbanen staatsgläubigen Neo-Establishment (Sittenpolizisten in öffentlichen Ämtern, an Unis, in Medien – wie damals) vorschreiben, was sie sagen und wie sie sprechen und schreiben dürfen, wieviele Geschlechter es gibt, wie, wieviel und womit sie sich fortbewegen dürfen, wie warm es in der Stube sein darf. Offenbar erlahmt bei Alt-68-ern im Alter die Lust zur Widerborstigkeit. Traurig.


Der dumme Spruch am Ende: Knapp daneben ist auch am Ars**vorbei.

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