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USP in Zeiten von Corona


Mal was Positives über Corona, zumindest was Schaffhausen betrifft: Nein, unser Gesundheitsdirektor hat wirklich nicht alles optimal gemacht in der Coronakrise, aber auf «Schaffhausen» darf man – Stand heute – doch etwas stolz sein. Wir haben das schönste Impfzentrum Europas (vermutlich): Schloss Charlottenfels. Unwichtig? Nein, ganz und gar nicht. Eigentlich ein USP (Marketingsprech für «Unique Selling Proposition» oder verständlicher: Alleinstellungsmerkmal), das vom Schaffhauser Marketing besser genutzt werden könnte. Das abgeklärt wirkende Gebäude, die grossen, hohen, mit Stuck dekorierten, aufwändig parkettierten, Vertrauen ausstrahlenden Räume, das edle Täfer, der prächtige (verglichen mit der zurückhaltenden Vornehmheit des Schlosses vielleicht etwas gar venezianisch bunt imponierende) Murano-Leuchter im Empfangsraum – kurz: hier kann man sich sogar als (zum Glück nur potenziell) Kranker wohl fühlen. Und die Kritik an der An- oder Zufahrt, echt jetzt – wer möchte lieber verloren in einer kahlen Turnhalle hocken wegen ein paar Parkplätzen mehr? Das Erfreulichste aber: Die jungen, jeden Impfwilligen begleitenden Damen sind freundlich, kompetent, hilfsbereit und tifig. Klar, so sollen sie sein, aber man ahnt, dass es ihnen in dieser Umgebung etwas leichter fällt. Und auch die aus dem Ruhestand geholten älteren Arztkollegen machen sich gut in diesem Ambiente: geduldig, spürbar erfahren im Umgang mit jeglicher Art von Patienten, und, so wagt man zu vermuten, irgendwie auch dankbar dafür, noch gebraucht zu werden. Die Stimmung im Schloss – trotz des ernsten Anlasses, trotz Corona, Masken und Aussicht auf den ungeliebten Pieks heiter und locker. Das Lachen, das man von da und dort hört, ist nicht unterdrückt, sondern entspannt – und entspannend. Hier könnte man nach dem Impfen sogar länger als die empfohlenen 15 Minuten verbringen und seine Mails checken. Noch besser, es gäbe eine kleine Caféteria, wo sich – meinetwegen hinter Plexiglas – mit maskierten Impf-Gschpänlis plaudern liesse. Zeit hätte man ja als Pensionierter. So bleibt denn noch dies: Irgendjemand hat diese Schaffhauser Impfaktion geplant und organisiert. Ziemlich perfekt und mit Herzblut. Dank ihnen allen – auch wenn wir wegen irgendwelcher lästiger Mutationen noch des öfteren wieder hierher kommen müssen. Oder erst recht deswegen.

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