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Altorfers Splitter


Kari, demütig: Haben Sie das neue Modewort von – vor allem, aber nicht nur – grünen Politikern schon bemerkt? Vermutlich schon, schliesslich ist ihr demonstratives Triefen vor «Demut» in all den Talkshows nicht zu überhören und übersehen.


Wenn die nationale Energiestrategie sich nicht umsetzen lässt ohne vermehrte Stromerzeugung und dafür auch Naturdenkmäler wie der Rheinfall angezapft werden müssen, dann sollte man dringend nachdenken: entweder über die Definition von Naturdenkmälern oder über eine Änderung der Energiestrategie.


Alle paar Tage überfällt einen phantasiebegabten Zeitgenossen eine erschreckende Vorstellung, wie man sich auch noch schädigen oder umbringen könnte. Und egal, ob das fürchterlich Unwahrscheinliche, aber leider Denkbare, je oder nie eingetreten ist oder kaum den Hauch einer Chance hat, irgendwann Realität zu werden, in solchen Fällen findet sich immer ein (versicherungsaffiner) Warner, der, ob der Phantasie erschreckt, die hypothetische Gefahr mit allen Mitteln bannen möchte. Auf diese Weise kamen schon Tausende überflüssige Gesetze zustande. In Schaffhausen erfasste, nicht zum ersten Mal in den letzten vierhundert Jahren, aber irgendwie heftiger als auch schon, kürzlich eine – selbstverständlich durch Gutachten abgesicherte – Panik einige besorgte Räte ob der Vision eines (fehlenden) Notausgangs, -ausstiegs, -lifts oder einer Evakuierungsrutsche runter von der Munotzinne. Die ultimative Katastrophe vor Augen blieb nur die ultimative Lösung: (zu grosse – was zu definieren wäre!) Menschenansammlungen auf dem Munot sind zu vermeiden. Denn was seit vierhundert Jahren nicht passiert ist, kann – Eintretenswahrscheinlichkeiten funktionieren nun mal so – bereits morgen Wirklichkeit werden. Für Versicherungsfreaks gilt: jedes denkbare Unheil ist eines, das es zu verhindern gilt. Und Politiker wie Beamte wissen erst recht: Tritt das Unwahrscheinliche ein, findet man unter ihnen einen Schuldigen. Deshalb muss alles und jedes vorsorglich verboten werden, das dereinst, und sei’s in tausend Jahren, jemanden gefährden könnte. Zwingend. Ade ihr potenziell tödlichen Munotbälle und -fäschtli!


Sind Sie ein «alter weisser Mann»? Nun denn, seien Sie stolz darauf, denn Sie haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass viele andere Sie ebenso wütend wie neidisch und von den Medien gehätschelt beschimpfen oder verhöhnen dürfen. Klar, wer selber niemals mitgewirkt hat bei … sagen wir mal, nur so, als Beispiel: der Entwicklung von Impfstoff und Medikamenten … oder – anderes banales Beispiel – der Konstruktion einer Zentralheizung … wird halt gerne mal sauer. Ist ja auch begreiflich. Sich immer nur als Opfer inszenieren und für Medizin, Wärme im Haus, ja sogar für Smartphones immer (inzwischen alten) weissen Männern dankbar sein zu müssen, das nervt gewaltig. (War das jetzt Ironie oder muss das weg?)


Der wunderliche Spruch am Ende: Do muess me sich nid wundere.




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